SemTix


Infos zum 9€ Ticket

SEMTIX UPDATE 

Werden wir weiterhin ein Semesterticket haben?

Wir haben gute Nachrichten: es wird weiterhin ein Semesterticket geben und das Kämpfen hat sich gelohnt. Statt einer Preissteigerung auf 245 € zum Wintersemester 2023/24 konnten wir als Teil der IG SemTix (Interessensgemeinschaft Semesterticket Berlin-Brandenburg) einen Vertrag mit besseren Konditionen für Studierende in ganz Brandenburg verhandeln. Das Semesterticket kostet nun 200 € pro Semester.

Was genau ist nach der Urabstimmung an der Viadrina passiert?

Nach unserer Urabstimmung, bei der sich die Mehrheit der Studierendenschaft gegen ein Semesterticket zu den anfangs gestellten Konditionen entschieden hat, folgten Urabstimmungen an anderen Brandenburger Hochschulen. Die Studierenden der BTU Cottbus, der HNE Eberswalde, der Universität Potsdam und der Fachhochschule Potsdam stimmten ebenfalls mehrheitlich gegen das damalige Angebot mit der stufenweisen Steigerung auf 245 € zum Wintersemester 2023/24. Dadurch hat das Thema Semesterticket eine ganz neue Dimension von Aufmerksam bekommen, sowohl medial in unzähligen Radiobeiträgen und Zeitungsartikeln, als auch in der Landespolitik Brandenburg, bei den lokalen Verkehrsunternehmen und beim VBB selbst. Es herrschte generell große Sorge, dass das Semesterticket abgeschafft werden würde, könnten sich die verschiedenen Akteure nicht einigen, denn damit hätten alle verloren.

Mehrere Parteien und auch Fraktionen des Brandenburger Landtags sprachen sich öffentlich gegen die Erhöhung des Semesterticketpreises aus und die Idee, das Moratorium, das es letztes Jahr gegeben hatte, weiterzuführen blieb bestehen. Letztendlich lehnte jedoch das Ministerium der Finanzen des Landes Brandenburg das Moratorium ab. Das Moratorium aus Coronamitteln, wodurch der Semesterticketpreis im SoSe 2021 und WiSe 2021/22 durch eine Bezuschussung von 10 € pro Studi eingefroren werden konnte, könne aus rechtlichen Gründen nicht weitergeführt werden, da die Landesregierung die Universitäten nicht geschlossen hätte. Auch Haushaltsmittel stünden in Brandenburg für eine dauerhafte Unterstützung und Finanzierung des Semestertickets nicht zur Verfügung. Somit gibt es also für die kommenden Semester keine finanzielle Unterstützung durch das Land Brandenburg und die Politik. Das Land Berlin führt sein Moratorium hingegen fort und somit wird der Semesterticketpreis in Berlin für ein weiteres Jahr eingefroren.

Der VBB jedoch hat der IG SemTix und somit den Brandenburger Hochschulen ein neues Angebot unterbreitet. Dieser beinhaltet einen einheitlichen Preis für alle Brandenburger Hochschulen und das Semesterticket kann weiterhin im VBB-Gesamtnetz genutzt werden. Der Preis beträgt jeweils 200,00 € im SoSe 2022 und im WiSe 2022/23. Das Studierendenparlament der Viadrina hat am 05.01.2022 dafür gestimmt, den Einjahresvertrag mit den neuen Konditionen anzunehmen.

Warum ist der Preis nicht gleich geblieben und warum haben wir kein 365 € Ticket?

Zusammenfassend kann man also sagen, dass wir den aktuellen Preis nicht beibehalten konnten, weil das Moratorium durch die Politik abgelehnt wurde und sie zum jetzigen Zeitpunkt auch kein 365 € Ticket für Studierende bezuschussen wird. In den Verhandlungen mit dem VBB konnten wir nicht erreichen, dass der Preis gleich bleibt oder auf maximal 182,50 € pro Semester steigt, was preislich einem 365 € Ticket entspräche. Wir sind jedoch erleichtert, dass wir uns mit dem VBB schlussendlich auf ein Kompromiss einigen konnten und uns das Semesterticket weiterhin erhalten bleibt.

Was kann ich tun, wenn ich den Semesterbeitrag nun nicht mehr auf einen Schlag bezahlen kann?

Trotz dessen, dass wir uns auf ein Angebot und Kompromiss mit dem VBB einigen konnten, bedeutet das für uns Studierenden dennoch einen starken Preisanstieg, nicht nur des Semesterticketpreises, sondern auch des Semesterbeitrags. Um euch damit zu entlasten, haben wir mit dem Dezernat für studentische Angelegenheiten der Viadrina gesprochen. Um einen Semesterbeitrag in zwei oder drei Raten zahlen zu können, meldet euch bitte bei dem Dezernat unter d1@europa-uni.de. Weiterhin gilt, dass der vollständige Beitrag bis zum Ende der Rückmeldefrist gezahlt werden muss.

Wie geht es weiter mit dem Semesterticket?

Das Studierendenparlament hat für einen Einjahresvertrag gestimmt und somit wird der Vertrag nach dem WiSe 2022/23 auslaufen. Während dieser Zeit soll ein Gutachten des VBBs gemeinsam mit den Hochschulen erstellt werden, auf dessen Zahlen dann zukünftige Verhandlungen, auch mit der Politik, gestützt werden können. Die letzten Zahlen, auf deren Basis der VBB die letzten Jahre verhandelt hat, stammen aus einer allgemeinen Verkehrserhebung aus dem Jahr 2015. Wir als ein Teil der IG SemTix werden weiterhin für ein faires und bezahlbares Semesterticket einstehen.


KAMPAGNE FÜR EIN FAIRES & BEZAHLBARES SEMESTERTICKET 2021

Petition unterschreiben!!!

WAS IST DAS SEMESTERTICKET?

Das Semesterticket ist ein Verkehrsticket für Studierende an 50 Hochschulen in Berlin und Brandenburg, die einen Vertrag mit dem VBB (Verkehrsbund Berlin Brandenburg) abgeschlossen haben. Je nach Vertrag können die Studierenden somit den gesamten ÖPNV in Berlin und/oder Brandenburg nutzen. Der Preis für das Semesterticket ist im Semesterbeitrag der einzelnen Hochschulen inbegriffen. Somit wird das Semesterticket von allen Studierenden dieser Hochschulen verpflichtend bezahlt, denn das Ticket beruht auf einem Solidarmodell. Je mehr Hochschulen und je mehr Studierende sich somit an diesem Solidarticket beteiligen, desto günstiger wird es für die einzelnen Personen. An der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) zum Beispiel, zahlen wir momentan im Wintersemester 2021/22 170,00€ pro Person und pro Semester für das Semesterticket.

WAS IST IN DER VERGANGENHEIT PASSIERT?

Der Kampf um ein faires und bezahlbares Semesterticket in Berlin und Brandenburg ist fast so alt wie das Semesterticket selbst. Der Preis für das Semesterticket steigt stetig und viele Hochschulen in Berlin und Brandenburg zahlen unterschiedliche Preise für unterschiedliche Leistungen. Diese resultieren aus den direkten und individuellen Verhandlungen des VBBs mit den einzelnen Hochschulen. Seit dem Frühjahr 2020 (März/April) laufen neue Verhandlungen mit dem VBB, nun nicht mehr mit den einzelnen Hochschulen, sondern mit der IGSemTix (Interessensgemeinschaft Semesterticket Berlin Brandenburg). Diese hat sich im Zuge dessen gegründet, besteht aus Studierendenvertreter:innen der Hochschulen in Berlin und Brandenburg und setzt sich für eine einheitliche und langfristige Lösung im Bezug auf das Semesterticket ein. Die IGSemTix führt seit ihrer Entstehung Verhandlungen mit dem VBB und der Berliner und Brandenburger Politik und kämpft als vereinter Zusammenschluss für ein faires und bezahlbares Semesterticket. Mittel dabei sind Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit.

WAS SIND UNSERE FORDERUNGEN?

Wir als AStA der Viadrina, und somit ein Teil der IGSemTix, fordern ein bezahlbares und faires Semesterticket. Konkret bedeutet das kurzfristig ein Einfrieren der Semesterticketpreise in Berlin und Brandenburg für mindestens ein weiteres Jahr und langfristig ein 365€ Ticket für Studierende in ganz Berlin und Brandenburg. Die 365€ Ticket ist ein Jahresticket und somit wäre der Semesterticketbeitrag pro Semester 182,50€. Dies funktioniert nur durch eine Zusammenarbeit der Studierendenschaft, der IGSemTix, des VBB und der Berliner und Brandenburger Politik. Die letzten beiden Akteure müssen sich aktiv an den Verhandlungen beteiligen und die Politik muss das Semesterticket subventionieren. Dass das möglich ist, zeigt das 365€ Azubi Ticket des VBBs, welches bereits in Berlin und Brandenburg existiert.

WAS PASSIERT MOMENTAN?

Der Situation in Berlin steht die IGSemTix zuversichtlich gegenüber. Der VBB beruht auf den Preiserhöhungen, die Berliner Politik jedoch, also das Abgeordnetenhaus und die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, sagen ihre finanzielle Unterstützung der Studierendenschaft und des Semestertickets mündlich zu. Die momentane Situation in Brandenburg hingegen zeigt eine große Stagnation. Anfang Oktober erhielt die IGSemTix eine E-Mail mit einer Preisliste des VBBs, die genau die gleichen Preise wie schon im Frühjahr 2020 fordert. Trotz der Verhandlungen und der Bemühungen der IGSemTix bewegt sich der VBB also kein Stück. Die Brandenburger Politik, also der Landtag Brandenburg und das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL), äußern sich zögernd bis verneinend zur finanziellen Unterstützung des Semestertickets.

Das bringt uns als Studierendenschaft in eine Notlage. An der Viadrina und an anderen Hochschulen in Berlin und Brandenburg läuft der Vertrag zum Semesterticket nach dem jetzigen Wintersemester 2020/21 aus. Somit müsste ein neuer Vertrag bis Anfang Dezember unterschrieben werden, um das

Semesterticket weiterhin für die Studierendenschaft zur Verfügung zu stellen. Würde ein neuer Vertrag unterschrieben werden, dann würde das Semesterticket in zwei Jahren, also zum Wintersemester 2023/24 an der Viadrina 245,00€ kosten also 75,00€ mehr als momentan. Die Preissteigerung würde Schritt für Schritt erfolgen, also 200,00€ zum Sommersemester 2022 und danach pro Semester eine Steigerung von jeweils 15,00€, bis bei den 245,00€ angekommen wird. Die IGSemTix und wir als AstA führen unsere Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit fort.

WAS WIRD IN DER ZUKUNFT PASSIEREN?

Ein neuer Vertrag muss in naher Zukunft an vielen Hochschulen in Berlin und Brandenburg unterschrieben werden. In Berlin müssen bei einer derartigen Preissteigerung Urabstimmungen durchgeführt werden, in Brandenburg sind diese optional. In Brandenburg kann auch die Sudierendenvertretung allein über diese Frage entscheiden. Bei der Urabstimmung kann die gesamte Studierendenschaft einer Hochschule oder Universität darüber abstimmen, ob sie einen derart hohen Semesterticketpreis für noch tragbar halten. Stimmt die Mehrheit der Studierenden gegen das Semesterticket zu diesem Preis, gibt es verschiedene Optionen: 1. Der VBB lässt sich auf neue Verhandlungen ein. 2. Die Brandenburger Landesregierung unterstützt das Semesterticket finanziell und ermöglicht ein günstigeres Semesterticket. 3. Die letzte Option: es wird für mind. ein Semester kein Ticket geben und wir verhandeln neu.

WAS KANN ICH ALS STUDIERENDE:R MACHEN?

Es ist für den weiteren Verlauf des Semesterticket wichtig, sich selbst über die Thematik zu informieren. Dies ist möglich über die Social Media Kanäle der IGSemTix (@semtix365) oder des AAtA der Viadrina (@astaviadrina). Es wird in den kommenden Tagen und Wochen Präsenz- und Online- Veranstaltungen geben im Zuge unserer Semesterticket-Kampagne. Das Programm dazu findet ihr auf unseren Social Media Kanälen oder auf den Flyern, die wir einmal pro Woche im Gräfin-Dönhoff- Gebäude (GD) unserer Universität verteilen. Zu diesen sind alle Studierenden herzlich eingeladen. Außer sich selbst darüber zu informieren, ist es von großer Bedeutung, das Thema an sein/ihr Umfeld zu tragen, also an Bekannte, Freund:innen, Kommiliton:innen und darüber zu diskutieren.

UNSERE PRESSEMITTEILUNG 

AStA Frankfurt (Oder): Land Brandenburg lässt Studierende im Stich

„Unsere Bemühungen um eine langfristige Lösung für ein faires und bezahlbares Semesterticket laufen seit Jahren. Weder der Verkehrsbund Berlin-Brandenburg noch das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung zeigen daran ernsthaftes Interesse. Der VBB hat nun kurzfristig das Angebot unterbreitet, einen Vertrag über ein Semesterticket in Höhe von 245€ zu schließen. Dieses Angebot ist eine Farce, lässt sich der Verkehrsbund doch gerade medial dafür bejubeln, im nächsten Jahr keine Preiserhöhung vorzunehmen. Das Zustimmen zu diesem Angebot bedeutet 75 € mehr – bis zum Wintersemester 2023/24. Eine so grundlegende Fragestellung lassen wir daher in einer Urabstimmung entscheiden. Wir Studierenden fordern das Land Brandenburg auf, sich finanziell am Semesterticket zu beteiligen.“ so AStA Vorsitzende Ira Helten. Sie macht weiterhin klar: „Die Brandenburger Landesregierung hebt regelmäßig und in aller Deutlichkeit die Relevanz der Hochschulen und Universitäten für das Land hervor. Von diesem Engagement merken wir Studierenden in den Verhandlungen um das Semesterticket nichts. Wir brauchen eine Landesregierung, die sich ihrer Verantwortung ihren Studierenden gegenüber bewusst ist – keine, die sich weg duckt.“