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Als eine der ersten Unis in Deutschland haben wir seit November 2021 kostenlose Periodenprodukte. 🎆

Der Zugang zu kostenfreien Hygienemitteln kann eine Möglichkeit sein, Barrieren und Zugangsschwierigkeiten abzubauen. Gleichzeitig kann der Zugang gegen Schamgefühle und Unsicherheiten mit Bezug auf Menstruation an der Hochschule ein Zeichen setzen und für Studierende und Mitarbeiter*innen zu einer finanziellen Entlastung beitragen. Denn Hygieneartikel gehören zum täglichen Bedarf und sind keine Luxusartikel.

Der Zugang zu kostenfreien Periodenprodukten ist ein wichtiger Schritt zur Gleichberechtigung, denn menstruierende Menschen haben jeden Monat finanzielle Kosten, welche kein Luxus sein dürfen.

 

Das gesellschaftliche Problem Periodenarmut

„Wenn Menstruationsprodukte kostenlos zur Verfügung stehen und im Alltag integriert werden, wird damit – Step by Step – immer offener umgegangen und man schafft es vielleicht, dass es ein geringeres Tabuthema in der heutigen Gesellschaft ist.“ (Lena Stangassinger, Social Period e.V.)

Wie fühlt es sich an, als menstruierende Person auf einer öffentlichen Toilette von der Periode überrascht zu werden und keine Hygieneartikel dabei zu haben? Selber schuld? Nein, schließlich gibt es auch Klopapier. Vielen Menstruierenden ist der freie Zugang zu Periodenprodukten verwehrt. Und das ist diskriminierend. Denn die Periode ist eine biologische Tatsache. Bei dem beschriebenen Szenario handelt es sich um einen Fall von Periodenarmut, die auf der ganzen Welt ein Problem ist – auch in Deutschland.

Was ist Periodenarmut?

Periodenarmut bezeichnet das Phänomen, wenn Menstruierende nicht genug Geld haben, um sich Periodenprodukte zu kaufen. Das kann dazu führen, dass die Personen während der Menstruation nicht oder nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Was sind Ursachen von Periodenarmut?

Die Ursachen sind weitreichend, konzentrieren sich meist doch vor allem auf finanzielle Notlagen. Periodenarmut beginnt, wo menstruierende Menschen nicht richtig aufgeklärt werden oder sich schämen, wenn sie Tampons auf das Warenband legen. Ein Periodenleben kann teuer werden: Neben den offensichtlichen Kosten für Tampons, Binden und Menstruationstassen, welche bereits überteuert sind, kommen noch mögliche Schmerzmittel und neue Unterwäsche dazu.

Was sind mögliche Folgen von Periodenarmut?

Folgen können sich psychisch, physisch als auch sozial auswirken. Von Periodenarmut betroffene Menschen müssen während ihrer Periode Zuhause bleiben und können weder zur Bildungsstätte noch zu sozialen Verabredungen. Das führt langfristig zum Ausschluss aus der Gesellschaft und zu gefährlichen Experimenten, etwa mit Socken, Plastiktüten oder Toilettenpapier die Blutung zu stoppen. Schlussendlich führen all diese Notsituationen zu psychischen Belastungen.

Warum an der Viadrina?

Vor zwei Jahren hat die Viadrina Unisex-Toiletten eingeführt, als Maßnahme für eine diskriminierungsfreien und inklusiven Universität. Die Viadrina setzt Schritt für Schritt § 7 Abs. 1-2 BbgHG, den Auftrag der tatsächlichen Gleichstellung an den brandenburgischen Universitäten um. Die Einführung von kostenfreien Periodenprodukten auf den universitären Toiletten ist ein wichtiger nächster Schritt, welcher die Gleichstellungs- und Anti-Diskriminierungsarbeit der Viadrina unterstützen kann.