Das Ein-Geschlechtermodell der „modernen“ biologisch-medizinischen Wissenschaften


Hi!
Schön, dass Du hergefunden und Interesse am zweiten Vortrag der Reihe „Biologie – Kultur – Recht: Perspektiven auf Geschlecht“ hast – dieses Mal mit Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß (Biologe).

In diesem Input wird ein Einstieg in die Differenziertheit biologischer Geschlechtertheorien Ende des 18. Jh. und im 19. Jh. gegeben. Die Referentin stellt damit einen Teil der Ergebnisse der im Transcript-Verlag erschienenen Dissertation „Making Sex Revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive“ dar, die mittlerweile als OPEN ACCESS frei online zugänglich ist.

Die naturphilosophischen und biologisch-medizinischen Geschlechtertheorien unterschiedlicher Zeitabschnitte werden dargestellt und mit gesellschaftlichen Geschlechterordnungen in Verbindung gebracht. Heinz-Jürgen Voß führt die miteinander ringenden Positionen differenziert aus und zeigt: Mit prozessorientierten Betrachtungsweisen sind in biologischen Theorien viele Geschlechter denkbar – statt nur zwei oder drei.

Heinz-Jürgen Voß (Dipl.-Biol., Dr. phil.) studierte in Dresden und Leipzig Diplom-Biologie und promovierte in Bremen zur gesellschaftlichen Herstellung biologischer Geschlechtertheorien. Forschungs- und Lehrschwerpunkte sind: Geschichte und Ethik der Medizin und Biologie sowie biologisch-medizinische Geschlechtertheorien.


In unserer Vortragsreihe wollen wir folgenden Fragen nachgehen:
– Welche Erkenntnisse hinsichtlich Geschlechterdiversität bestehen in Biologie, Medizin, Sozial- und Kulturwissenschaften?
– Welche verfassungsrechtlichen Anforderungen bestehen hinsichtlich der Anerkennung weiterer Geschlechter durch das Recht? Welche Herausforderungen würden entstehen, wenn das Recht zur Anerkennung von Geschlechtervielfalt überginge?
– Wie ist das Verhältnis von Recht und Medizin zu verstehen? Sollte das Recht einen eigenständigen Begriff von „Geschlecht“ entwickeln?

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend mit euch!

Die nächsten Termine sind:
– Di, 11.04.2017 um 17:00 Uhr im GD311: „Recht macht Geschlecht. Zu den Konstruktionsleistungen des Rechts bei der Formung natürlicher Zweigeschlechtlichkeit“ mit Dr. Anja Schmidt (Juristin, Legal Gender Studies)

Bis dahin „it’s up to you what gender you feel; respect alienable values.“
https://www.youtube.com/watch?v=26BEgwq0zwA 😉

 

Unsere Veranstaltungsreihe gibts hier.