Nov 2012- Infos zum grenzüberschreitenden ÖPNV


Historischer Abriss

Die verfasste Studierendenschaft hat sich in der Vergangenheit immer pro grenzüberschreitenden ÖPNV positioniert, wobei sich für die wirtschaftlichste Variante ausgesprochen wurde. Nach der umfassenden „Projektstudie für den öffentlichen Personennahverkehr der Doppelstadt Frankfurt (Oder) / Słubice“ im Sommer 2011 ist dies unbestritten die Straßenbahn. Dennoch wurde ein gemeinsamer Antrag der Städte für EU-Förderung in der letzten Förderperiode versäumt, sodass nun für eine zeitnahe Umsetzung nur der Bus in Frage kommt.

Da die nächste Verhandlung mit dem VBB über die Höhe des Semestertickets erst in 2 Jahren ansteht versuchen die Projektpartner nun über einen Extravertrag eine Fixsumme zu akquirieren, die den Betrieb des Busses garantieren würde. Ohne einen solchen Zuschuss ist laut SVF der Betrieb des Busses nicht möglich.

Die Verhandlungsgrundlage, die aktuell im Raum steht basiert auf einer Umfrage aus dem Jahr 2007 und einem Beschluss aus dem StuPa im Jahr 2011, der 5€ als Grundlage für einen Buszuschlag als Übergangslösung zur grenzüberschreitenden Straßenbahn vorsah – unter den aktuellen Voraussetzungen ergibt dies auf’s Jahr gerechnet eine Summe von 60T€ oder 43% der Gesamtkosten für den Bus.

Wirtschaftlichkeitsprognose:

Unstrittig sind lediglich die Kosten: 130T€ Kostet der Betrieb einer 8,6 km langen Strecke in der ausgewiesenen Taktfrequenz.

Welche Einnahmen zu erwarten sind, lässt sich nur schätzen. Ausgewiesen wurde in den letzen Jahren jeweils ein Kostendeckungsgrad von 61,3%  (79.381€ – Defizit 50.115€), wobei in den letzten Monaten ein worstcase Szenario auftauchte, welches lediglich mit Einnahmen in Höhe von 34.381€ (Defizit: 95.114€) rechnet. Welche Nutzer*innenprognosen den Annahmen zugrunde liegen kann ebenso wenig wie die tatsächlich erwartete Nutzung durch Studierende, belastbar dargelegt werden. Ein Defizit ist grundsätzlich beim Betrieb eines ÖPNV erwartbar und zumindest die Kosten der Linienführung auf dem Gebiet der Stadt Frankfurt (Oder) sind nach Aussage der Stadtverwaltung gesichert (20T€ – bei einem Defizit von 50T€). Die Stadt Słubice ist sich ebenso bewusst, dass sie die Kosten für die Linienführung auf dem Gebiet der Stadt Słubice mit oder ohne Zuschuss zum Semesterticket zu tragen hat.

Nach diesen Aussagen der Stadtverwaltung als Antwort auf eine kleine Anfrage von Jörg Gleisenstein wäre unser Beitrag ein nicht zu unterschätzendes Zeichen für die Gewährleistung eines grenzüberschreitenden ÖPNV bei der aktuellen Haushaltslage der beiden Städte – aber nicht zwingend notwendig. Dennoch ist ein Großteil der verfassten Studierendenschaft gewillt, sich auch außerhalb des normalen VBB-Semestertickets, unter deren Gültigkeitsbereich die Strecke fallen würde, finanziell in angemessenem Rahmen zu beteiligen.